Pfeiler im Meer des Mittelmaßes

Das Abitur im G9  DIRK WALTER.

Lob, Lob, Lob – alle sind zufrieden mit dem künftigen G9-Abitur. Echte Weiterentwicklung, das Unmögliche erreicht, signifikante Verbesserung – der Kultusminister hat es, so scheint’s, allen recht gemacht, was eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Bevor das neue G9 in einer Harmoniesoße ertränkt wird, sei in Erinnerung gerufen, dass es auch andere Varianten gegeben hätte. Nichts ist alternativlos.

So hatte es im Philologenverband, der das neue G9 nun in den Himmel lobt, auch Stimmen gegeben, die eine Rückkehr zum G9 alter Prägung und zwei Leistungskurse gefordert hatten. Das hätte echte Profilbildung ermöglicht. Nun gut, immerhin gibt es nun ein Leistungsfach. Und dass Deutsch, das Schlüsselfach gymnasialer Bildung, bei geschickter Wahl künftig nur noch mündlich abgeprüft wird, schmerzt ohnehin nur die letzten Hüter einer grundständigen gymnasialen Bildung.

Für solche nostalgische Gedanken aber ist in der Schulpolitik kein Raum. Gerade brechen in anderen Bundesländern Dämme, werden Leistungsanforderungen gnadenlos aufgeweicht und Noten nach Gutdünken nachgebessert. Da ist das bayerische G9-Abitur der Zukunft, trotz aller Kritik im Detail, noch ein Pfeiler der Vernunft im Meer der Mittelmäßigkeit. Um die deutschlandweite Vergleichbarkeit des Abiturs aber ist es so schlecht wie eh und je bestellt.

Dirk.Walter@ovb.net

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