Meinung

Personalnot in der Pflege in Bayern: Es geht nicht nur ums Geld

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  • vonSebastian Horsch
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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will den Personalmangel in der Altenpflege bekämpfen. Dass er neben Steuererleichterungen daran denkt, Fachkräften heilkundliche – also ärztliche – Aufgaben zu übertragen, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Pandemie lenkt endlich mehr Aufmerksamkeit auf die Situation in der Altenpflege. Das ist bitter nötig und doch kein Grund zur Freude. Denn das Land blickt auf die Heime, weil dort viele Menschen sterben. Dass es die Politik nicht geschafft hat, all diese Alten und Schwachen zu schützen, gehört zu den großen Tragödien dieser Krise.

Die Altenpflege leidet unter einem Imageproblem

Doch es wäre zu kurz gegriffen, dabei nur auf die Entscheidungen der vergangenen zwölf Monate zu blicken. Das Sterben hängt auch unmittelbar mit dem zusammen, was in der Pflege schon lange schiefläuft. Über allem steht dabei der Personalmangel. Die Branche sucht verzweifelt und bekommt dadurch teils auch ein Qualitätsproblem – nicht zuletzt in Führungspositionen.

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Eine angemessene Bezahlung und finanzielle Anreize sind sicherlich ein wichtiger Baustein, um diesem Engpass zu begegnen. Doch es geht nicht nur ums Geld. Gerade die Altenpflege leidet an einem Imageproblem, das sich nicht mit ein paar smarten Radio-Spots lösen lässt. Um die Pflege aufzuwerten, muss man ihr künftig auch mehr zutrauen. Im internationalen Vergleich haben deutsche Fachkräfte weit weniger Kompetenzen als ihre Kollegen in anderen Ländern. Wer ambitionierte junge Menschen in den Beruf´ holen will, muss das ändern.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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