Personalabbau bei Airbus Nur ein Vorgeschmack MARTIN PREM

Personalabbau bei Airbus. Nur ein Vorgeschmack .

MARTIN PREM

Airbus spart am Personal in der Raumfahrt- und Rüstungssparte – und wieder einmal sind deutsche Standorte am härtesten betroffen. Das ist auch kein Wunder. Denn diese Branche hängt wie keine andere am Tropf öffentlicher Aufträge. Und kein vergleichbares Land knausert so ausdauernd, bis einmal gnadenhalber ein Zuschlag an die einschlägige heimische Industrie erfolgt.

Was jetzt bevorsteht, ist nur ein Vorgeschmack. Die nächste Welle dürfte das schleichende Aus für die Airbus-Kampfflugzeugsparte in Manching mit sich bringen. Wer heute sieht, wie ungeniert und ungestraft deutsche Spitzenmilitärs dafür trommeln, den technisch 40 Jahre alten Tornado der Bundeswehr durch die technisch 37 Jahre junge F/A18 von Boeing zu ersetzen, anstatt den Eurofighter für neue Fähigkeiten weiterzuentwickeln, kann nur noch den Kopf schütteln.

Ein solcher Auftrag würde realistische Verkaufschancen für den Eurofighter (etwa in der Schweiz oder Finnland) auf null senken. Er hätte auch zwingend zur Folge, dass Deutschland die mühsam aufgebaute Fähigkeit zum Bau moderner Hochleistungsflugzeuge auf Dauer verliert. Wenn deutsche Politiker so handeln und gleichzeitig davon träumen, die nächste Generation von Kampfflugzeugen auf Augenhöhe mit Frankreich zu entwickeln, kann man sich für das Ausmaß der industriepolitischen Realitätsverweigerung im eigenen Land nur noch schämen.

Martin.Prem@ovb.net

Kommentare