Kommentar zum Corona-Lockdown: Die Parks werden voller – Aus Sicherheit wird Sorglosigkeit

  • vonMarc Beyer
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Man braucht in diesen Wochen, in denen sich der Frühling fast schon wie Sommer anfühlt, ein hohes Maß an Disziplin. Die allermeisten Menschen haben tatsächlich der Versuchung widerstanden, raus zu gehen, Freunde zu treffen, sich gemeinsam in die Sonne zu setzen. Nun droht die Solidarität zu bröckeln.

Kommentar – Auf den Straßen wird es langsam voller, in den Parks deutlich flotter. Die Lockerung der Fesseln, auch wenn sie in Bayern behutsam erfolgt, scheint ein Gefühl der Sicherheit auszulösen, das schnell in Sorglosigkeit umschlagen kann.

Menschlich ist das nachvollziehbar nach Wochen der Entbehrungen und angesichts der abflachenden Corona-Kurven. Medizinisch allerdings könnte sich der Trend umso gravierender auswirken. Die ersten Maßnahmen, so einschneidend sie auch waren, geschahen einzig zu dem Zweck, die Ausbreitung des Virus überhaupt unter Kontrolle zu bringen. Der jetzt anstehende Balanceakt zwischen Lockern und Regulieren ist viel anspruchsvoller. Und er muss über einen wesentlich längeren Zeitraum gelingen.

Das Fatale ist, dass man erst mit Verzögerung sehen wird, welche Folgen die schleichende Entspannung hat. Im schlimmsten Fall könnten Freiheiten, die gerade erst wieder gewährt wurden, erneut auf dem Spiel stehen. Der Sommer würde sich dann nicht mehr gut anfühlen.

Marc.Beyer@ovb.net

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