Die Opposition und die Krise Abgerechnet wird erst hinterher

Die Opposition und die Krise. Abgerechnet wird erst hinterher.

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Binnen Minuten reißt ein Häuflein Abgeordneter fast wortlos den ausgeglichenen Haushalt ein, eines der großen Markenzeichen Bayerns: Das ist ein bitterer Tag für den Freistaat, aber angesichts der gigantischen Virus-Krise wohl der richtige Schritt im richtigen Tempo. Mehr als nur ein bemerkenswertes Detail: Die Opposition hebt für Söders Zehn-Milliarden-Programm wie für seine rigiden Kontaktbeschränkungen einstimmig die Hand.

Nein, Grüne, SPD, FDP und AfD wissen nicht, ob Söder da alles richtig macht. Maulen, mahnen und bremsen wäre für sie der einfachste Weg gewesen, um später nicht für Detail-Fehler der sich nach vorne tastenden Staatsregierung mitzuhaften. Gut, dass es sich die Opposition nicht so leicht macht. Ihr Kurs ist dieser epochalen Krise angemessen: Der Regierung, so weit vertretbar, freie Hand im Kampf gegen die Folgen geben, nur in Details intervenieren; und erst rückblickend Versäumnisse analysieren. Die wird’s geben – wohl nicht in der Schwere des unverzeihlichen Amtsversagens wie in Ischgl –, aber in einem Maß, das lernend aufgearbeitet werden muss.

Mit ihrem konstruktiven Ansatz bekommt die gesammelte Opposition wohl kaum mehr als einen Funken vom aktuellen Söder-Glanz ab. Aber sie dient dem Land.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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