Online-Casinos werden legal Länder akzeptieren die Realität

Online-Casinos werden legal. Länder akzeptieren die Realität .

WOLFGANG HAUSKRECHT

Lange hat es gedauert, nun haben sich die Bundesländer auf eine Regelung für Online-Glücksspiele geeinigt. Bisher illegale Spiele und Online-Casinos werden legal. Für Anbieter mit Sitz in Deutschland ist das insofern eine gute Nachricht, als sie bisher in einer rechtlichen Grauzone agierten. Rechtssicherheit zu geben, ist richtig und erlaubt auch eine bessere Kontrolle.

Man darf sich aber nichts vormachen. Letztlich kann der deutsche Staat nur jene Anbieter reglementieren, die mit deutscher Lizenz arbeiten. Schon auf EU-Ebene gibt es kaum Zugriff, Anbieter aus Übersee dürfte der Glücksspielstaatsvertrag noch weniger interessieren. Sie alle haben ihre Server dort, wo Glücksspiel erlaubt ist.

Wer Lust hat, um kleine oder große Summen Poker, Roulette oder Backgammon zu spielen, wird in der virtuellen Welt problemlos fündig. Das weltgrößte Pokerportal PokerStars hat seinen Sitz auf der Isle of Man in der irischen See. Das zweitgrößte Portal 888Poker residiert auf Gibraltar, weit abseits deutscher Rechtsprechung. Der Bund akzeptiert also letztlich nur ein Faktum.

Ohnehin ist er selber Anbieter: Lotto, Toto, Spielcasinos. Die Einnahmen waren zuletzt rückläufig, mit der Legalisierung kann der Bund womöglich neue Einnahmen generieren. Spielsüchtige wird er kaum zähmen können. Die staatlichen Spielcasinos probieren das längst über eine Sperrdatei. Sogar Familienmitglieder können eine Sperre beantragen. Aber wen es erwischt, der weicht eben ins Internet aus. Legal oder illegal – das ist ihm egal.

Wolfgang.Hauskrecht@ovb.net

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