Ohne Krimi geht der Deutsche nicht ins Bett

„Tatort“-Sommerpause. KATJA KRAFT.

Die Mimi greift am liebsten zur gedruckten Form. „Keinen Goethe, keinen Schiller holt sie aus dem Schrank heraus – nein, einen superharten Thriller sucht sich Mimi aus.“ Rund acht bis zehn Millionen deutsche Fernsehzuschauer haben auf Lesen sonntagsabends keine Lust. Ansonsten halten sie’s aber ganz so wie die muntere Protagonistin in Bill Ramseys Song: Ohne Krimi geht der Deutsche nie ins Bett.

Es ist eine alte Psychologen-Erkenntnis: Durch Krimis kann man wunderbar Alltagsnervereien relativieren. Was ist der Streit mit Kollegen um Wasserflecken in der Teeküche schon gegen Blutspuren am heimischen Herd?

Trotzdem reißt die Debatte um die vielen Krimis im TV nicht ab. Wenn also nun die ersten ob der Sommerpause des „Tatort“ jubeln, kann man mit allen, die dann doch immer wieder sonntags (und montags und dienstags und mittwochs und donnerstags und freitags und samstags) nervenaufreibende Filme anschauen, nur sagen: Krimi geht immer. Die Quote gibt den Machern Recht.

Der Arzt auch. Erinnern Sie sich noch an die letzten Zeilen in Ramseys Lied? „Mimi hat den Krimi und die Interpol und ich den Alkohol. Prost!“ Statt acht Cognac dann doch lieber acht schlechte Witze von Professor Boerne oder kluge Sprüche von Felix Murot. Die Leber freut’s.

katja.Kraft@ovb.net

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