Notaufnahmen Echte Entlastung statt Appelle SEBASTIAN HORSCH

Notaufnahmen. Echte Entlastung statt Appelle .

SEBASTIAN HORSCH

In Notaufnahmen geht es hektisch zu. Kein Wunder. Menschen, deren Gesundheit in Gefahr ist (oder die das glauben), treffen auf stark gefordertes Personal. Reibung ist unvermeidlich. Doch wenn Pfleger und Ärzte Angst um ihre Sicherheit haben müssen, stimmt etwas nicht mehr.

Die Situation verschärft sich seit Jahren. Personalengpässe sind eine Ursache. Dazu kommt, dass immer mehr Menschen es für richtig halten, wegen einer Erkältung oder eines verstauchten Knöchels in der Notaufnahme vorzusprechen. Das ist teils verständlich: Wer kein Mediziner ist, weiß oft nicht, ob er nur was falsches gegessen hat, oder ein Blinddarmdurchbruch droht. Doch gerade am Wochenende, wenn die Arztpraxen zu sind, erhöhen diese Fälle den Druck. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Die Nerven liegen blank.

Natürlich hat niemand das Recht, wegen langer Wartezeiten zu randalieren. Man kann nun also hoffen, dass moralische Appelle an den Anstand der Patienten fruchten. Realistischer ist es, die seit Langem stockende Reform der Notfallversorgung endlich zu einem Ergebnis zu führen, das die Notaufnahmen tatsächlich entlastet. Gesundheitsminister Jens Spahn will nun Patientenströme steuern, Notfallzentren sollen zusätzlich für Entlastung sorgen. Er wird auch daran gemessen werden, ob das Früchte trägt.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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