Nord-Stream-2-Sanktionen Jede Menge Heuchelei FRIEDEMANN DIEDERICHS

Nord-Stream-2-Sanktionen. Jede Menge Heuchelei .

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Die Verhängung von Sanktionen gegen den Bau der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 durch US-Präsident Donald Trump war absehbar. Deshalb kamen die Reaktionen aus Deutschland am Wochenende prompt. Doch auf beiden Seiten ist in der Energiedebatte eine gehörige Portion Heuchelei im Spiel.

Fangen wir mit den USA an: Die Strafmaßnahmen werden unter der Überschrift verkauft, man betreibe einen fürsorglichen Akt „zum Schutz von Europas Energiesicherheit“. Angesichts Trumps „America first“-Devise und seiner Fixierung auf „Deals“ lässt sich aber leicht schlussfolgern: Das Weiße Haus will sich Optionen für den Verkauf von Erdgas an den europäischen Markt offen halten.

Und nun zu Deutschland. Dass jetzt vor allem Vertreter der das Sterbebett umkreisenden SPD gegen die Sanktionen wetterten, dürfte vor allem am Schröder-Faktor liegen. In der Partei gilt es immer noch als Pflicht, dem Altkanzler und inoffiziellen Chefdiplomaten Moskaus, der an Wladimir Putin und dessen Verbrecher-Regime seine Seele gewinnbringend verkauft hat, Beistand zu leisten. Dass die CDU und Kanzlerin Angela Merkel wohl mit Blick auf den Koalitionsfrieden dieses üble Spiel akzeptierten und ein Projekt verteidigen, das ansonsten fast in der gesamten EU auf Widerstand stößt, ist ein Skandal. Man muss Trump fast schon dankbar sein, jetzt erneut den Finger in diese Wunde gelegt zu haben.

Politik@ovb.net

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