Corona-Tests und Kontakt-Nachverfolgung: Nicht wieder eine Panne!

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER
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CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Ehe im Sommer Bayerns superpeinliche Testpannen schlagartig aufflogen, gab es eine längere Vorgeschichte. Über mehrere Wochen erzählten immer mehr Betroffene von seltsam langen Wartezeiten.

Die Staatsregierung nuschelte auf Nachfragen tagelang irgendwas von Einzelfällen, und insgesamt sei da schon alles in Ordnung. Am Ende waren es 44 000 Einzelfälle, und Bayern war für ein eigentlich richtiges Konzept bundesweit blamiert. Wiederholt sich das gerade? Jedenfalls häufen sich Schilderungen, dass die Infektionsketten-Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter seltsam lang dauere und Corona-Kontaktpersonen viel zu spät informiert wurden – Tage und Wochen nach gemeldeten Infektionen. Einzelfälle?

Seit Frühjahr kündigt die Staatsregierung an, Personal in die Gesundheitsämter zu pumpen, in Dimensionen, die schwindelig machen. Eine Verstärkung um 800 Mitarbeiter im März, dann über 3000 abgeordnete Beamte im April, 700 befristete Einstellungen im Juli, dazu 150 neue Stellen für Ministerium und Gesundheits-Landesamt: Und jetzt heißt es, von den geplanten Teams zur Kontakt-Nachverfolgung sei nicht mal jedes zweite im Einsatz. Das passt nicht zusammen. An schnellen, schlagkräftigen Gesundheitsämtern hängt es, ob Quarantäne eingefordert und eingehalten wird, ob Infektionsketten gebrochen werden. Bayerns Anspruch: Das muss, auch flexibel über alle Landkreisgrenzen hinweg, reibungslos laufen.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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