Neue Verkehrsregeln Regeln sind gut, Kontrolle ist besser

Neue Verkehrsregeln. Regeln sind gut, Kontrolle ist besser .

MIKE SCHIER

Andreas Scheuer war zuletzt der Prügelknabe eines konturlosen Kabinetts. Nicht erst seit dem Scheitern der Pkw-Maut stand der zur Selbstvermarktung neigende Verkehrsminister im Kreuzfeuer. Diesmal aber hat sich der CSU-Politiker Lob verdient: Seine Vorschläge für die Straßenverkehrsordnung gehen in die richtige Richtung.

Das beginnt mit den härteren Strafen für das Blockieren von Rettungsgassen oder das rücksichtslose Parken auf Gehwegen und in zweiter Reihe. Sinnvoll ist auch, Lkw das Rechtsabbiegen nur noch in Schrittgeschwindigkeit zu erlauben, um die Zahl der tragischen Unfälle zu reduzieren (noch sinnvoller wäre allerdings eine Verpflichtung zu Abbiege-Assistenten, die den toten Winkel überwachen). Und auch die Erlaubnis für Autos mit mindestens drei Insassen, die Busspur zu benutzen, ist Teil einer Antwort auf das Verkehrschaos in den Innenstädten. Die Debatte, wie der wenige Platz künftig zwischen Autos, Bussen, Trambahnen, Radlern, Fußgängern und jetzt auch noch E-Scootern neu aufgeteilt wird, dürfte eine der hitzigsten in den nächsten Jahren werden.

Doch wie immer gilt: Regeln und Strafen bei Verstößen entfalten nur die erhoffte Wirkung, wenn sie auch kontrolliert werden. Das gilt übrigens keineswegs nur für rücksichtslose Autofahrer, sondern auch für Radfahrer, von denen viele die Straßenverkehrsordnung nur als unverbindliche Empfehlung ansehen. Am wirksamsten würde der aggressive Grundton auf unseren Straßen aber bekämpft, wenn jeder sein Verkehrsverhalten mal (selbst-)kritisch hinterfragt – egal, wie er sich fortbewegt.

Mike.Schier@ovb.net

Kommentare