Neue Fluchtwelle aus Syrien Mit Grüßen von Putin

Neue Fluchtwelle aus Syrien. Mit Grüßen von Putin .

GEORG ANASTASIADIS

Erst ein paar Wochen ist es her, da reiste eine AfD-Delegation mit großem Aplomb nach Syrien. Die Botschaft an die Wähler daheim lautete: Schaut, wie sicher die nach Deutschland Geflüchteten heute wieder in ihrer Heimat leben könnten, wenn sie nur wollten. Die erschütternden Bilder aus der nördlichen Provinz Idlib, die dieser Tage um die Welt gehen, sprechen leider eine ganz andere Sprache. Es ist die von 2015. Sie zeigen Tod, rauchende Ruinen und viele Menschen auf der Flucht. Bis zu einer halben Million sind es im Moment. Beobachter befürchten, dass ihre Zahl im neuen Jahr auf eine Million steigen könnte.

Die Menschen sind Opfer der erbarmungslosen Kampfangriffe syrischer und russischer Bomber auf die noch von Rebellen gehaltene Provinz. Und sie können nicht darauf hoffen, so wie die 3,7 Millionen seit 2014 in die Türkei geflohenen Syrer von Erdogan aufgenommen zu werden. Der Präsident hat angekündigt, sie nach Europa weiterschicken zu wollen. Kanzlerin Angela Merkel will deshalb noch im Januar in Ankara vorstellig werden.

Wenn die Hobby-Diplomaten der AfD schon auf Reisen gehen, um Flüchtlinge loszuwerden, empfiehlt sich künftig statt einer Visite in Damaskus vielleicht besser ein Besuch bei ihrem Helden Wladimir Putin in Moskau. Denn er ist es, der zusammen mit seinem Waffenbruder Assad mit enthemmter Gewalt für neue Flüchtlingsströme nach Deutschland sorgt.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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