Meinung

Neue EU-Abgasnorm: Innovation per Zwangsjacke

Martin Prem
+
Martin Prem

Alternative Antriebe für Autos können nicht „angeordnet werden, findet Martin Prem

Der herkömmliche Motor im Pkw hat – darin sind sich die meisten Experten einig – irgendwann ausgedient. Batterie-, aber auch Wasserstoff-Fahrzeugen mit Elektromotoren gehört die Zukunft. Doch kann man das einfach anordnen? Mit einem Verbot von Benzin und Dieselmotoren? Oder – wie es die EU offenbar plant – mit Grenzwerten, die mit Verbrennungsmotoren schlichtweg nicht einzuhalten sind? Kann man, sollte man aber nicht. Die Nebenwirkungen könnten irreparabel sein.

Denn nichts ist derzeit wirklich reif für flächendeckende Elektromobilität – die dann auch wirklich emissionsfrei wäre. Weder die Rohstoffgewinnung, noch die Stromerzeugung, noch die Verfügbarkeit von elektrischer Energie. Und bezahlbarer „grüner Wasserstoff“ als Treibstoff der Zukunft ist schlichtweg noch nicht in Sicht. Vieles, was man dazu bräuchte, erfordert Erfindergeist oder langjährige technische Entwicklungsarbeit. Beides kann in einer kommandowirtschaftlichen und technikskeptischen politischen Zwangsjacke nicht gedeihen.

Warum hat Elon Musk mit Tesla bei der Elektromobilität die Nase so weit vorn? Das ist leicht zu erraten: Die USA geben visionären Gründern mit einem Minimum an bürokratischen Aufwand und einem Maximum an unternehmerischer Freiheit den Rahmen, den sie brauchen, um scheinbar Unmögliches Wirklichkeit werden zu lassen. Zu Innovation sollte man ermutigen. Wer versucht, sie zu erzwingen, wird Schiffbruch erleiden.

Schreiben Sie dem Autor: Martin.Prem@ovb.net

Kommentare