Die CDU nach Thüringen Partei ohne Führung MIKE SCHIER

Die CDU nach Thüringen. Partei ohne Führung .

MIKE SCHIER

Normalerweise pflegt die Kanzlerin auf Auslandsreisen nicht zu innenpolitischen Themen Stellung zu beziehen. Dass Angela Merkel sich diesmal aus Afrika einschaltete – und dann auch noch so deutlich („unverzeihlich!“) – musste man als Alarmzeichen werten. Es half nur nichts: In der Nacht ließ die Thüringer CDU Annegret Kramp-Karrenbauer mit ihrer Forderung nach Neuwahlen auflaufen. Die Fraktion will weiterwursteln. Kein Wunder: Bei Neuwahlen wären die meisten ihren Job los.

In Thüringen rächt sich nun, dass die CDU ihr Machtvakuum an der Spitze seit Monaten nicht zu füllen vermag. Hier die Kanzlerin, die sich raushalten will, aber immer noch die entscheidende Instanz ist. Dort AKK, der viele weiter die Gefolgschaft verweigern. Und von außen funkt Friedrich Merz weiter fleißig dazwischen: „Ich werde mich in den nächsten Wochen und Monaten noch stärker für dieses Land engagieren“, verkündete er mitten im Thüringer Chaos. Gleichzeitig gab er seinen Aufsichtsratsjob bei Blackrock auf. Merkel und Kramp-Karrenbauer dürften das als Drohung empfinden.

Ob man Merz nun mag oder nicht: Seine Chancen auf eine Rückkehr an die Spitze sind in dieser Woche sicher nicht gesunken. Mike Mohring, der vorerst das Bauernopfer geben muss, machte am Freitag klar, wie deutlich sich das Abstimmungsdebakel im Vorfeld abgezeichnet hatte. Er selbst warnte, doch seine Fraktion wollte nicht hören. Umso mehr hätte die Spitze in Berlin eingreifen müssen, um Schaden von der Gesamtpartei abzuwenden. Dieses Versäumnis wird an AKK haften bleiben.

Mike.Schier@ovb.net

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