MVV-Ticket wackelt Drohende Verteilungskämpfe DIRK WALTER

MVV-Ticket wackelt. Drohende Verteilungskämpfe .

DIRK WALTER

Der Starnberger Landstrich gehört nicht gerade zu den Armenhäusern der Nation. Da irritiert die Nachricht, dass der Landkreis eine halbe Million Euro zur Stärkung des MVV streichen will und damit ein Vorzeigeprojekt gefährdet: die Einführung eines 365-Euro-Tickets für Schüler und Auszubildende. Starnbergs Landrat begründet das mit drohenden Einnahmeausfällen infolge der Corona-Krise. Auch wenn man nicht glauben mag, dass Starnberg an einer halben Million Euro zugrunde gehen würde, liefert dieser kleine Streit wohl nur einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Die Verteilungskämpfe um das Geld, das nach der Corona-Krise noch übrig ist, haben gerade erst begonnen.

Der Kurs, Bahn und Bus als Beitrag gegen die drohende Klimakatastrophe zu stärken, war jedoch richtig und darf nicht gegen die Corona-Krise ausgespielt werden. Es wäre verheerend, wenn ein rigoroser Sparkurs all die sinnvollen Bahn-Projekte gefährden würde, die gerade erst erkämpft wurden. Es gibt ja eher immer noch Nachholbedarf. Nebenbei: Auch der runtergewirtschaftete Starnberger Bahnhof ist ein trauriges Beispiel für die Vernachlässigung der Bahn. Das muss endlich ein Ende haben.

MVV, MVG und die Bahnen haben übrigens verstanden, dass Geld jetzt nicht alles ist. Sie lassen derzeit Züge und Busse fahren, obwohl sie oft fast leer sind. Sie haben der Versuchung widerstanden, ihr Angebot in der Corona-Krise gnadenlos zusammenzustreichen. Lobenswert!

Dirk.Walter@ovb.net

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