MVV-Tarifreform An die Verlierer denken DIRK WALTER

MVV-Tarifreform. An die Verlierer denken .

DIRK WALTER

Die MVV-Reform hat viele Gewinner. Zu diesen zählen fast alle Pendler, deren Fahrkartenpreise zum Teil spürbar sinken. Doch es gibt auch Verlierer: die Sozialhilfe-empfänger und Hartz-IV-Bezieher in Stadt und Landkreis München. Ihre IsarCard S wird – zum Teil empfindlich – teurer. Das ist schon bitter für die reiche Landeshauptstadt. Der MVV hat sich hier in der höheren Mathematik vergaloppiert: Er verteuert das Ticket und dehnt dafür den Empfängerkreis im Sinne ausgleichender Gerechtigkeit über München hinaus auf alle MVV-Landkreise aus. Schön für den Hartz-IV-Bezieher am Starnberger See, schlecht für den vom Hasenbergl! Die meisten Sozialhilfeberechtigten leben nun mal in der Metropole, nicht auf dem Land. Hier wäre ein München-Bonus durchaus angebracht. Notfalls muss die Stadt eben mit eigenen Mitteln noch etwas draufsatteln.

Unausgegoren ist auch die Jugendstreifenkarte „U21“. Die Jugendlichen müssen bei jeder Fahrt nachrechnen, ob es sich lohnt, mit der „U21“ herumzustreifen oder nicht. Logisch und einfach ist das alles nicht. Man fragt sich schon, warum die MVV-Gesellschafter, also die Landräte, der OB und auch der bayerische Verkehrsminister, an dieser Stelle nicht aufgepasst haben. Wohlgemerkt: Die Tarifreform ist insgesamt gut. Aber der MVV sollte möglichst schnell (nicht erst nach zwei Jahren, wie bisher angedacht) selbstkritisch Bilanz ziehen und einige Korrekturen am Gesamtkunstwerk vornehmen.

Dirk.Walter@ovb.net

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