Tag der Muttersprache Zefix, Bairisch ist in Gefahr

Tag der Muttersprache. Zefix, Bairisch ist in Gefahr .

DIRK WALTER

Zefix, ums Bairisch schauts ned guad aus. Spötter sagen, es gebe bald mehr Bairisch-Experten als Bairisch-Sprecher. Das mag übertrieben sein. Aber im Grunde genommen ist es um unser Bairisch traurig bestellt. Die Zahl „echter“ Sprecher ist rückläufig, keine Frage. Nur im Oberland, um Garmisch und in Niederbayern/Oberpfalz gibt es noch starke Bairisch-Reservate. Dafür schleichen sich Anglizismen immer stärker in die Alltags- und Gebrauchssprache ein. Das liegt am schier übermächtigen Trend zur Internationalisierung und Digitalisierung, ist letztlich auch der Preis, den Bayern als Erfolgsstandort zahlt.

Die Aussichten, den Trend umkehren zu können, sind begrenzt. Daran können einzelne plakative Aktionen wie etwa vor Jahren die Deklaration von „tschüss-freien“ Zonen ebenso wenig ändern wie die emsigen Bemühungen ehrenamtlicher Bairisch-Sprecher, die sich schon im Kindergarten für die Verbreitung des Dialekts einsetzen. Spätestens an den Schulen stößt die Verbreitung von Bairisch an ihre natürlichen Grenzen. Denn man kann ja schlecht Bairisch als Schriftsprache einführen – jedenfalls nicht als Ersatz für Hoch- oder Standarddeutsch. So bleibt nur ein schwacher Trost: Die Wertigkeit hat sich geändert. Diskriminiert wird wegen seines Dialekts heute niemand mehr. Host mi?

Dirk.Walter@ovb.net

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