Müllberge an Badeseen Keiner will’s gewesen sein

Müllberge an Badeseen. Keiner will’s gewesen sein .

KATHRIN BRACK

Wer gegen wildes Vermüllen ist, gilt schon lange nicht mehr als Spielverderber. Und das ist auch gut so. Als Umweltsünder mag sich heute nun wirklich keiner mehr outen. Umso erstaunlicher ist deshalb die Entwicklung an unseren Badeseen. Die verkommen mehr und mehr vom paradiesischen Erholungsraum zur Müllkippe mit Aussicht. Und keiner will’s gewesen sein.

Da stellt sich doch die Frage, wo der Dreck dann herkommt. Die Zigarettenstummel auf den Wiesen, die Scherben, die Flaschen. Ausbaden müssen den Schlamassel übrigens die Wasserwachten. Statt ein Auge auf den See und die Besucher zu haben, dürfen sie die Hinterlassenschaften von Badegästen einsammeln. Was nun wirklich nicht ihre Aufgabe ist.

Es mag Leute geben, die sich denken: Was macht schon eine Flasche mehr bei all dem Müll, der schon herumliegt? Und viele sind auch erst dann empört, wenn sie oder ihre Kinder durch herumliegenden Müll verletzt werden. Appelle an die Vernunft scheinen jedenfalls nicht viel zu bewirken. Dabei wäre es wirklich ein Armutszeugnis, wenn man erst mit Bußgeldern oder anderen Strafen drohen müsste, wenn es eine Müll-Polizei bräuchte, damit wir etwas tun, das eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Kathrin.Brack@ovb.net

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