Modernisierung der Bahn Noch nicht fit für die Zukunft

Modernisierung der Bahn. Noch nicht fit für die Zukunft .

BARBARA WIMMER

86 Milliarden geben Bund und Bahn in den nächsten zehn Jahren für die Modernisierung des Schienennetzes aus. Mit Verspätung – inzwischen ein Markenzeichen des Staatskonzerns – soll erst mal die Sanierung des umweltfreundlichsten Massentransportmittels angeschoben werden! Jahrzehntelang ist am Netz gespart worden, Bahnhöfe verlotterten oder wurden abgehängt, Brücken bröckelten, Züge alterten vor sich hin.

Die Weichen sind jetzt richtig gestellt, die meisten Maßnahmen aber lassen sich nicht so leicht umsetzen wie die Reduzierung der Mehrwertsteuer für Tickets. Jetzt braucht der Konzern nicht nur tausende Lokführer, sondern auch tausende Planer, Techniker, Ingenieure, die das Geld konstruktiv verwenden. Findet er die Fachleute nicht zügig, wird die Reform, die die Bahn fit für die Zukunft machen soll, nicht vom Fleck kommen. Die Zahl der (künftigen) Baustellen bei der Bahn ist unüberschaubar – wissen unsere Leser aus dieser Zeitung oder aus eigener leidvoller Erfahrung. Sie erklimmen auf maroden Treppen oder Umwegen Bahnsteige, die keinen Schutz vor Niederschlägen oder Sonneneinstrahlung bieten. Auch Bürgermeister, die oft jahrelang in erbittertem Clinch mit der Bahn liegen, können ein Lied davon singen.

Läuft ab sofort alles wunschgemäß, müssen sich Reisende auf viele Baustellen einstellen, damit 2030 wenigstens der Sanierungsstau abgearbeitet ist. Erst dann, und mit neuen Milliarden, kann die Bahn in die Zukunft fahren.

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