Mobiles Bezahlen Daten gegen Bequemlichkeit CORINNA MAIER

Mobiles Bezahlen . Daten gegen Bequemlichkeit .

CORINNA MAIER

Wer an der Supermarkt-Kasse seinen Geldbeutel zückt und nach Münzen kramt, gilt als hoffnungslos unmodern. Spätestens seit Google und Apple ihre entsprechenden Apps auf den Markt gebracht haben, bezahlen auch die traditionell dem Bargeld sehr verbundenen Deutschen immer öfter digital und mobil. Doch was im Alltag so praktisch erscheint, hat gefährliche Nachteile.

Dabei ist es eine Binsenweisheit: Jede Online-Transaktion hinterlässt untilgbare Spuren. Was, wann und wo gekauft wurde, lässt ungeahnte Schlüsse auf die Lebensführung von Menschen zu. Smarte Algorithmen fügen aus dem mit jeder digitalen Zahlung wachsenden Datenwust problemlos Profile der Verbraucher zusammen. Man mag noch darüber streiten, ob die so ermöglichte zielgenaue Werbung nicht nur für den Handel, sondern auch für den Kunden von Vorteil ist.

Kaum zu bestreiten ist jedoch, dass jede Anonymität hinüber ist, wenn per App bezahlt wird. Auch wer nichts zu verbergen hat, möchte vielleicht nicht, dass eines Tages seine Krankenkasse erfährt, wie oft pro Woche ein Feierabendbier erstanden wird. Wohlgemerkt: Solche Datenweitergabe wäre (noch) unzulässig. Dennoch ist es nicht verfrüht, sich zu überlegen, wie viele Informationen man für wie viel Bequemlichkeit preisgeben will.

Corinna.Maier@ovb.net

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