Misstrauen zerstreuen

Wenig Impfbereitschaft. SEBASTIAN HORSCH.

Die Gefahr einer neuen Corona-Welle schwebt über Deutschland, bis es einen Impfstoff gibt. Das wird noch viele Monate dauern – vielleicht sogar Jahre. Und wenn es so weit ist, will die Hälfte der Deutschen diesen Schutz vielleicht gar nicht nutzen.

Nur jeder Zweite würde sich derzeit gegen Covid-19 impfen lassen. Das Ergebnis einer Umfrage zeigt, welch große Verunsicherung bei diesem Thema nach wie vor besteht. Dass das so ist, dürfte zu einem großen Teil auch mit der inzwischen beinahe absurden Debatte um eine Impfpflicht zu tun haben. Zwang löst Abwehrreaktionen aus. Und die Spekulationen darüber halten sich besonders im Internet – obwohl mehrere Bundesminister und auch der bayerische Ministerpräsident inzwischen klar gesagt haben, dass keine Impfpflicht kommen soll. Was also tun? Herr werden könnte man den Gerüchten im Netz vielleicht mit einer eindeutigen Aussage der Kanzlerin auf Kamera, die auch in den sozialen Medien Verbreitung findet.

Das offensichtlich breit vorhandene Misstrauen beim Thema Impfungen zu zerstreuen, wäre auch mit Blick auf den Herbst wichtig. Dann nämlich könnte auf das Land neben dem Wiederaufflammen des Coronavirus auch noch die alljährlich drohende Influenza-Welle zukommen. Kliniken würde das im Ernstfall an den Rand der Überforderung bringen. Diese Gefahr wäre deutlich kleiner, wenn sich ein großer Teil der Deutschen gegen die Grippe impfen ließe. Freiwillig.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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