Corona und Lehrermangel: Miese Stimmung an den Schulen

DIRK WALTER
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DIRK WALTER

Wenn Lehrer drei Wochen nach Schulstart Brandbriefe ans Ministerium schreiben, läuft etwas falsch.

Es gibt eine Vielzahl von Problemen und Problemchen, die für Missstimmung sorgen. Man kann das übertrieben finden. Und jedes Problem für sich genommen wäre zu bewältigen, doch es summiert sich und ergibt einen miesepetrigen Gesamteindruck.

Vieles hat mit der nur teilgelungenen Corona-Politik des Kultusministeriums zu tun. Bei Corona kann man nicht einfach Söder-getrieben die reine Lehre vom Münchner Schreibtisch aus befehlen, sondern muss den Alltag mitdenken. Manches macht keinen Sinn mehr, zum Beispiel die künstlichen Klassentrennungen sogar in der Pause – wo doch eh jeder weiß, dass sich die Kinder im Schulbus ebenso wie nachmittags beim Spielen kunterbunt mischen. Und das ist nur ein Beispiel.

Über all dem jedoch steht der Lehrermangel an Grund- und Mittelschulen, den Kultusminister Michael Piazolo von seinen Vorgängern geerbt hat. Es reicht im Moment hinten und vorne nicht, jeder weiß das. Hier immerhin gibt es Anzeichen für Verbesserungen. Die Besoldung der Lehrkräfte wird gerade auf relativ breiter Front verbessert, das macht den Beruf attraktiver, und es gibt mehr Studienplätze. All das sind Lösungsansätze – die aber erst in einigen Jahren wirken werden.

Dirk.Walter@ovb.net

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