Meuthen sucht das nächste Duell

AfD in der Krise. MARCUS MÄCKLER.

Es ist fast wie im Wilden Westen, mit dem Unterschied allerdings, dass am Ende immer nur einer der Cowboys breitbeinig zum Duell stapft. Mehrmals schon hat AfD-Chef Jörg Meuthen den Rechtsextremen Björn Höcke aufgefordert, bei Vorstandswahlen gegen ihn anzutreten, aber Höcke hat es nie gewagt. Die Angst vor einer Niederlage war offenbar zu groß, schon weil sie öffentlich als Entscheidung im Lagerkampf gedeutet werden würde.

Man könnte Meuthens erneute Aufforderung also als Neckerei abtun, wenn er nicht gerade so rauflustig wäre. Die Auseinandersetzung mit Andreas Kalbitz, dem anderen prominenten AfD-Rechtsaußen neben Höcke, hat Meuthen schon für sich entschieden. Gestärkt sucht er jetzt das nächste Duell. Wenn er den Thüringer schon nicht rauswerfen kann – ein Parteiausschlussverfahren scheiterte ja bereits –, will er ihn vor dem kommenden Bundestagswahljahr wenigstens so weit verzwergen wie möglich. Verbal, versteht sich. Denn eine Vorstandswahl steht erst wieder Ende 2021 an.

Darin liegt allerdings auch das Risiko von Meuthens Attacke. Höcke wird wohl kaum Ruhe geben und seine Truppen eher noch befeuern, aber der Showdown bleibt notgedrungen aus. So könnte sich das Duell bis weit ins nächste Jahr ziehen. Der AfD dürfte das kaum nützen.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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