Messerattacke in Paris: Sehr dumm – oder sehr dreist

Messerattacke in Paris. Sehr dumm, oder sehr dreist .

SEBASTIAN HORSCH

Nun also doch. Die Messerattacke auf vier Polizisten in Paris war nicht nur die Tat eines Verwirrten, sondern die eines Islamisten. Das wirft Fragen auf – vor allem an Frankreichs Innenminister Christophe Castaner.

Dass ein Mann, der schon länger radikalislamische Ansichten vertritt und Kontakt zu Salafisten hat, nicht nur durchs Raster der Antiterror-Fahnder gefallen ist, sondern sogar für die Pariser Polizei arbeiten durfte, ist schon kaum zu fassen. Castaner trägt als Minister dafür die Verantwortung, auch wenn er diesen fatalen Fehler persönlich wohl kaum hätte verhindern können. Anders verhält es sich mit seinen Aussagen direkt nach dem Angriff. Der Täter habe „nie Verhaltensauffälligkeiten gezeigt“ hatte Frankreichs Innenminister da behauptet. Das war entweder sehr dumm – oder sehr dreist.

Sollte Castaner tatsächlich – wie die Opposition behauptet – bewusst Informationen zurückgehalten haben, wäre das ein ungeheurer Skandal. Doch selbst wenn der Innenminister es schlicht nicht besser wusste, muss man ihn fragen, warum er sich zu dieser verfrühten Aussage hinreißen ließ. In beiden Fällen wird der Verdacht genährt, der Vorfall sollte kleingehalten werden. In einem Land, in dem das Vertrauen in den Staat ohnehin zunehmend erodiert, ist das ein katastrophales Signal.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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