Merkel feuert Staatssekretär Ein Abgang für den Machterhalt

Merkel feuert Staatssekretär. Ein Abgang für den Machterhalt .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Er habe auf „Anregung“ der Kanzlerin um seine Entlassung „gebeten“: Mit Ironie hat Staatssekretär Hirte (CDU) seinen Rausschmiss gemeldet. Nun muss man dem Ostbeauftragten der Bundesregierung nicht intensiv nachweinen; er war, wie viele Staatssekretäre, bisher unbekannt. Sein fortwährendes Lob für die AfD-Scharade in Thüringen war grob unangemessen und politisch dumm. Trotzdem hinterlässt das einen üblen Nachgeschmack.

Mit Hirtes Rauswurf nimmt die angeschlagene Kanzlerin Druck aus ihrer GroKo. Allein deshalb hat sie doch mal gehandelt und weitere Verwerfungen und Opfermythen in der CDU in Kauf genommen. All jene, die weit gröberen Anlass zum „anregenden“ Gespräch geben, schützt Merkel: den Maut-Minister Scheuer, die „Forschungs“-Ministerin Karliczek, die hunderte Millionen in ihre Heimat Münster verschacherte, den apathisch-taumeligen Wirtschaftsminister Altmaier. Sie wursteln  weiter, da Merkel ahnt, dass bei einer Kabinettsumbildung auch ihr Sessel wackeln würde. Das ist nicht Stabilität, das ist Zukunftsverweigerung. Denn als kluge Analytikerin sieht sie genau, dass die Union mit dieser Gurkentruppe auf ein Wahl-Debakel zusteuert. Das kann ihr aber, egoistisch betrachtet, egal sein.

Ewig sollten die Unions-Chefs Söder und AKK hier nicht mehr zuschauen. Es wird Zeit für anregende Gespräche.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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