Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


ZU SECHS SCHWARZBAUTEN IN FELDKIRCHEN-WESTERHAM

Geruch des Skandalösen

Norbert Kotter, Chef vom Dienst der OVB-Heimatzeitungen
+
Norbert Kotter, Chef vom Dienst der OVB-Heimatzeitungen
  • Norbert Kotter
    VonNorbert Kotter
    schließen

Das Landratsamt befindet sich als Genehmigungsbehörde auf schwierigem Terrain. Es muss entscheiden, ob es seinen nachträglichen Segen zu nicht weniger als sechs (!) Schwarzbauten auf Gut Irnberg erteilt, die ein Sohn des Bürgermeisters dort errichtet hat.

Besonders pikant: Ohne vorherigen Genehmigung entstanden unter dem baurechtlichen Dach der Privilegierung nicht nur Gebäudlichkeiten zur Ausübung der Landwirtschaft, wie beispielsweise ein Rinderstall. Weil ein altes Gesindehaus bei der Sanierung nach offizieller Lesart in sich zusammenfiel, begann der Bauherr auch ein neues Wohnhaus hochzuziehen –- ebenfalls ohne Genehmigung. Deren Beantragung habe er wegen der Eilbedürftigkeit des Projekts vergessen, sagte er im Februar und sprach lapidar von einem Fehler. Jetzt pressiert es plötzlich nicht mehr, der Bau ist seit Monaten eingestellt.

Da passt es ins Bild, dass der Bürgermeister den Gemeinderat mit Hinweis auf Corona erst gar nicht mit dem Thema befassen wollte und die gemeindliche Stellungnahme hierzu das Landratsamt auf dem Verwaltungsweg erreichte. Schließlich hatte das Gremium ja schon fünf Schwarzbauten nachträglich einstimmig durchgewunken.

Da wollte der Rathauschef diesmal wohl vorsichtig sein. Öffentliches Gemurre ob der erneuten Dreistigkeit seines Sohnes hätte nicht ins Kalkül gepasst. Der Wertung des ehemaligen Weyarner Bürgermeisters Michael Pelzer ist nichts hinzuzufügen, wenn er die Rechtfertigungen des Bauherrn ins Reich der „Märchen“ verweist. Er ist einer der Wenigen in der Gemeinde, der das auch offen sagt.

Wie auch immer: Das Vertrauen in die Politik hat durch das Handeln des Bürgermeisters bereits jetzt Schaden genommen. Auf einer Mitleidstour zu schwimmen und aus gut erzählten Märchen nachträgliche Baugenehmigungen entstehen zu lassen, kann sich das Landratsamt nicht leisten. Hierfür braucht es klare Grundlagen im Baurecht. Könnte eine nachträgliche Genehmigung nicht auf solchen aufbauen, würde ein Geruch des Skandalösen diesen Vorgängen noch intensiver anhaften, als das bereits jetzt der Fall ist.

Mehr zum Thema

Kommentare