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Meinung

München leuchtet – und Orbán freut sich

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    VonGeorg Anastasiadis
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Da hat der Münchner Stadtrat ja was angerichtet mit seinem Regenbogenprotest: Der ungarische Regierungschef Orbán sagt seine Deutschlandreise ab, die (deutsche) EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigt politische Ermittlungen gegen die Regierung in Budapest an, die Weltpresse, voran die „New York Times“, berichtet umfangreich.

Fehlt eigentlich nur noch die Anrufung des Weltsicherheitsrats. Im globalen Dorf können auch Kommunalpolitiker große Macht entwickeln.

Dass es – wie schon beim Migrationsstreit – einmal mehr Deutschland ist, das da so hart mit Orbáns Ungarn aneinandergerät, ist kein Zufall. Beide sehen sich im Recht – und in ihren selbst zugedachten Paraderollen: hier die im Feuer zweier Weltenbrände geläuterten Deutschen als die Hüter universeller Menschenrechte, dort Orbán als unerschrockener Verteidiger traditioneller Familienwerte gegen böse Mächte im Ausland.

Dass der Autokrat mit seinen wohlkalkulierten Provokationen und der Hetze gegen Minderheiten bei der Mehrheit seiner Bürger durchkommt und sie umso mehr auf sich einschwört, je heftiger die internationalen Proteste ausfallen, das ist das Ärgerliche an dem ganzen Tamtam.

Bei aller Sympathie für den Einsatz gegen Diskriminierung, der vielen Bundesbürgern gerade ein so wohliges Gefühl verschafft: Ein wenig billig ist die Regenbogennummer schon auch. Denselben Eifer, den viele Bundesbürger bis hinauf zu den großen Fußballidolen bei ihrem bunten Protest zeigen, würde man sich wünschen, wenn der Weltfußball in Katar zu Gast ist oder der FC Bayern dort sein Winterquartier aufschlägt.

Orbán will Homosexuelle stigmatisieren – der Emir hält sich damit nicht lange auf und wirft sie für Jahre ins Gefängnis. Aber wenn’s ums Geschäft geht, wird die Moral leider schnell lästig.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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