Mehrarbeit für Lehrer: An der Grenze des Zumutbaren

  • Dirk Walter
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Dass nun ausgerechnet Grundschullehrer zu Mehrarbeit verpflichtet werden, ist schon bitter. Der Beruf hätte eigentlich eine Aufwertung verdient. Denn diese Lehrer fangen eine Vielzahl schwieriger Kinder auf.

Nun ist der Kultusminister zum Gegenteil gezwungen: Er brummt den Pädagogen aus der Not heraus eine Stunde mehr auf – ohne dass auch das Gehalt wächst. Wie da in Zukunft mehr junge Menschen vom Studium des Lehramts Grundschule überzeugt werden sollen, bleibt vorerst das Geheimnis des Ministers.

Ein Versäumnis von Piazolos Vorgänger

Da nützt es auch nichts, dass Michael Piazolo letztlich Versäumnisse früherer Zeiten ausbadet. Der Beruf des Grundschullehrers hätte schon längst mehr – auch finanzielle – Besserstellung verdient, etwa durch den Einstieg in eine höhere Eingangsbesoldung.

Das hat, in Zeiten, in denen es Bayern finanziell bestens ging, Piazolos Amtsvorvorgänger von der CSU versäumt.

Zur Mehrarbeit ohne Bezahlung verdonnert

Womöglich sind die gestern verkündeten Zwangsmaßnahmen aber nur der Anfang weiterer Zumutungen. Der Lehrermangel, in anderen Bundesländern noch weit schlimmer, ist letztlich ein Ausdruck des Fachkräftebedarfs, der ja nicht nur die Schulen betrifft – sondern zum Beispiel auch die Polizei und natürlich auch die freie Wirtschaft.

Nur lässt sich ein Handwerker nicht so einfach zu Mehrarbeit ohne Bezahlung verdonnern. Bei Staatsdienern ist das leichter.

Dirk.Walter@ovb.net

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