Meinung

Zoff zwischen Söder und und Aiwanger: Mehr als nur Fingerhakeln

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Ob Markus Söder sich wohl langsam dem Punkt nähert, an dem er bereut, nach der letzten Landtagswahl nicht etwas länger mit den Grünen sondiert zu haben? Anfangs schienen die Freien Wähler als der viel näher liegende Koalitionspartner, fast eine Art Mini-CSU. Doch inzwischen scheinen sich die Verhältnisse zu verschieben.

Erst entdeckte Söder sein Öko-Herz, dann kam seine Corona-Politik, die die Grünen weit überzeugter mittragen als die Freien Wähler. Mehr noch: Manch Verbesserungsvorschlag der Opposition wurde umgesetzt.

Bislang ging der Dissens zwischen Aiwanger und Söder als politische Folklore durch. Der eine forderte Öffnungen, während der andere zusperrte. Weil die meisten Entscheidungen auf Bundesebene fielen und noch dazu die Inzidenzzahlen ständig nach oben kletterten, ging der Chef der Freien Wähler verlässlich als Verlierer aus dem politischen Fingerhakeln hervor. Mei, der Aiwanger – hieß es irgendwann nur noch spöttisch, wenn der Wirtschaftsminister sich wieder zu Wort meldete.

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Doch diesmal könnte sich der Streit zum Problem auswachsen: Machtpolitisch, weil sich Aiwanger der eigenen Glaubwürdigkeit zuliebe nicht ewig über den Tisch ziehen lassen kann. Aber auch inhaltlich, weil beispielsweise in den Skigebieten des Ostallgäus die Inzidenz wieder unter 50 liegt. Da lässt sich für Söder die Debatte nicht mehr so leicht vom Tisch wischen wie bisher. So genervt wie über Aiwanger hat sich Söder über die Grünen jedenfalls schon lange nicht mehr geäußert.

Mike.Schier@ovb.net

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