Die Maskenpflicht startet Es geht um Rücksicht, nicht um Gehorsam

Die Maskenpflicht startet. Es geht um Rücksicht, nicht um Gehorsam .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Mit ihrem entschiedenen Ja/Nein/Vielleicht/Jetzt-doch hat die Politik das Verständnis für eine Maskenpflicht nicht erleichtert. Jetzt ist es ein technokratischer Deal geworden, Maskentragen ab heute als Bedingung für mehr Ladenöffnung. Die hässlichen Stoffteile – nein, auch Blümchen und Söder-Rauten machen es nicht schöner – werden unseren Alltag prägen. Es wird aber erträglicher, wenn man den Sinn in den Masken erkennt: Sie schützen vor allem die Umstehenden, den Träger kaum.

Wir erleben, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für Einschnitte schleichend sinkt. Oft stecken Partikularinteressen dahinter. Für dichte Erwachsenengruppen im Park braucht es weder Verständnis noch Nachsicht. Man kann aber durchaus Nöte von Eltern, die auf engem Raum parallel zum Homeoffice über Monate Kinder betreuen müssen, verstehen. Zumal es allmählich schwierig wird, wenn klare wissenschaftliche Bewertungen fehlen, etwa zum Kinder-Übertragungsrisiko. Trotzdem sollte klar sein: Die Pandemie ist gebremst, längst nicht im Griff.

Bei den Masken ist das, Stichwort Tröpfchen, recht einfach zu verstehen. Deshalb wird es nun spannend, ob Tragepflicht und Abstandhalten funktionieren. Es ist kein Gehorsamstest, denn die Polizei kann, soll und will nicht im Ladenwinkel kontrollieren – sondern eher eine Frage, wie viel Fürsorge und Rücksicht aktuell noch zählen.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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