Linke-Skandal überschattet Ramelow-Wahl In Thüringen ist die letzte Maske gefallen

Linke-Skandal überschattet Ramelow-Wahl. In Thüringen ist die letzte Maske gefallen .

GEORG ANASTASIADIS

In Thüringen sind in den vergangenen Monaten viele Masken gefallen – gerade rechtzeitig zu Bodo Ramelows Rumpel-Wiederwahl also auch noch diese: Die Linkspartei ist mitnichten die demokratische Musterpartei, schon gar nicht die verfolgte Unschuld, als die sie nun seit Wochen durch die Lande tingelt. Hinter ihrer Biedermeier-Maske lurt noch immer die alte rotgesichtige SED hervor, die mit Putin und Maduro kuschelt und in Phantasien schwelgt, wie man Reiche erschießt oder zu gemeinnützigen Arbeiten heranzieht. Und Parteichef Bernd Riexinger? Feixt mit, statt seine Leute zur Ordnung zu rufen.

Auch die Kunst der Propaganda hat die Erbin der DDR-Staatsmacht nicht verlernt: Beinhart beharrte die Linke darauf, die CDU müsse nach ihrem Erfurter Fehltritt als sichtbares Zeichen der Sühne – besser gesagt: ihrer Demütigung – Ramelow jetzt im ersten Wahlgang mitwählen. Sie wurde dafür von SPD, Grünen und großen Teilen der veröffentlichten Meinung auch noch heftig beklatscht. Erst nach dem Bekanntwerden der üblen Entgleisungen auf dem Linken-Kongress (dort wurde übrigens auch gefordert, man müsse den Klassenkampf in den „Staatsapparat der BRD“ tragen) hat Ramelow diese Forderung hastig fallen lassen. Für ihn hat es jetzt immerhin noch zur Ministerpräsidentenwahl im dritten Wahlgang gereicht. Das ist ein an sich einwandfreies demokratisches Votum. Dennoch wirkt Ramelows Kür vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen wie eine Wahl dritter Klasse. Ramelow selbst mag integer sein – seine Partei ist es nicht.

Linken-Chef Riexinger weiß, wie man das Wort Rücktritt buchstabiert. Er hat es, auf andere bezogen, zuletzt ja oft genug im Munde geführt, mit beträchtlichem Erfolg. Die Haltung, die er von anderen unablässig eingefordert hat, kann er nun selbst zeigen. Und ebenfalls gehen.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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