Meinung

Corona-Gipfel mit Kanzlerin Merkel: Lieber impfen als noch mehr zusperren

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  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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Die Woche beginnt mit guten Nachrichten: Erstmals seit dem Herbst scheint in Deutschland der Trend zu immer höheren Infektionszahlen gestoppt. Damit hat sich auch die Begleitmusik für den heutigen Corona-Gipfel der Kanzlerin mit den 16 Ministerpräsidenten verändert.

Angela Merkel müsste (eigentlich) nicht mehr die Dirigentin eines Panikorchesters geben, und der strenge „Lockdowner“ Söder muss dabei auch nicht mehr die erste Geige spielen – ein Umstand, der dem möglichen Kanzlerkandidaten angesichts des wachsenden Widerstands gegen die Politik des Zusperrens durchaus zupasskommt.

Punktuell nachschärfen müssen nicht die Bayern, sondern andere. Gegen eine FFP2-Maskenpflicht können auch die Gegner eines immer härteren Lockdowns wenig einwenden. Für Entwarnung ist es leider noch zu früh. Aber ebenso wenig ist dies die Zeit der Lauterbachs, die nun am liebsten auch noch die Wirtschaft abschalten würden.

Die Datenlage gibt das zum Glück nicht her. In München sind die Inzidenzwerte von gut 300 am 20. Dezember auf zuletzt 114 gesunken. Die Maßnahmen wirken also, auch wenn manches – etwa die Beschränkung der Kontakte eines Haushalts auf nur noch eine dritte Einzelperson – weltfremd ist und die bestraft, die ohnehin brav mitziehen, während andere sich um die Regeln nicht scheren. Eines jedenfalls geht nicht: Jetzt, da die Lage in den Intensivstationen sich endlich bessert und die Inzidenzen sinken, einfach abermals die Begründung zu wechseln und den Lockdown erneut zu verschärfen – jetzt eben unter Hinweis auf die drohende Briten-Mutation.

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Die Bürger brauchen ein Stück Verlässlichkeit. Dass wir noch eine Weile auf Sicht fahren müssen, wissen die Menschen, auch ohne dass man ihnen den Zeigefinger täglich drohend unter die Nase hält. Wichtiger wäre es, dass die Politik endlich das Impfchaos in den Griff bekommt. Denn zuletzt entscheidet das und nichts anderes über Erfolg und Misserfolg des deutschen Corona-Krisenmanagements. Israel macht vor, wie es geht.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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