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MEINUNG

Lepus ein Hase, sedebat er saß…

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WIE ICH ES SEHE. Der gemeine Feldhase gehört zum Frühling, lange bevor er als Osterhase seinen großen Auftritt hat.

Wissenschaftlich wird er „Lepus Europaeus“ genannt. Denn überall in Europa ist er verbreitet auf den Wiesen, auf Ackerflächen und in den Waldgebieten.

Für uns ist er ein urdeutsches Tier, das schon seit dem Mittelalter in unsere Alltagssprache eingegangen ist. Wir wissen genau, wo der „Hase im Pfeffer liegt“, wir kennen dazu den Angsthasen, den Hasenfuß und das Hasenpanier. Im Vordergrund steht seine Schnelligkeit (rennen wie ein Hase). Albrecht Dürer hat mit seinem Aquarell von 1502 den berühmtesten Hasen der Welt geschaffen.

Hasen sind wirklich schnell, sie können auf der Kurzstrecke eine Geschwindigkeit von fast 70 Kilometern pro Stunde erreichen. Aber es nützt ihnen oft nicht viel. Das hat schon das uralte Märchen von Hase und Igel geschildert. Hasen sind einfach Tiere auf der Verliererseite. Von den Menschen werden sie gejagt. Der Hasenbraten kommt als Delikatesse auf den Tisch. Auch die intensive Landnutzung und der Verlust von Lebensraum macht den Hasen zu schaffen. Gerne liegen sie in ihrer Ruhephase in der Sasse, windgeschützt in einer Ackerfurche oder hinter einem Grashügel. Erst im letzten Augenblick vor der Entdeckung springen sie auf und davon.

Die Paarungszeit der Feldhasen ist jetzt im Frühjahr, wobei die Tiere sich vor dem Akt gegenseitig herumjagen und dann plötzlich wie zwei Boxer aufrecht auf den Hinterbeinen gegenüberstehen. Dabei schlagen sie mit den Vorderläufen trommelnd auf sich ein. Es ist ein Ritual, das zu jeder Hasenhochzeit gehört. Die Häsin wählt so ihren Partner aus. Sie testet einfach Kraft und Ausdauer ihres Verehrers. Ein solches Hasenboxen anzuschauen im Tau eines Frühlingsmorgens hat wirklich etwas Magisches.

Damit stehen die Hasen für Fruchtbarkeit im Frühling, was ihre Verbindung mit dem christlichen Osterfest und dem Ei als Symbol gefördert haben dürfte. Das ganze Erscheinungsbild der Hasen wird gerne auseinandergenommen. So heißt es, sie hätten Beine wie Windhunde, Augen wie Löwen und die Ohren eines Esels. Wo bleibt da das eigentlich Hasenhafte? Nur in der doch eher unglücklichen Hasenscharte dürfen sie einfach Hase sein. Aber dafür werden sie entschädigt, weil frischverliebte Menschenpaare sich gerne „Hase“ oder „Häslein“ nennen. So haben sie doch etwas Eigenes, das nur ihnen zugehörig ist. Das Mitleid, das unsere Hasen verdienen, drückt sich von jeher aus in dem alten Kinderreim „Häsleins Klagelied“: „Quid feci hominibus, quod me sequuntur canibus? Neque in horto fui, neque olus comedi“ – „Was habe ich nur den Menschen getan, dass sie mich mit ihren Hunden verfolgen? Weder war ich im Garten, noch habe ich den Kohl dort gefressen.“

Das aber glauben wir nicht, denn Naschen in verbotenen Gärten ist nun einmal ihre Unsitte. Auch da kommen sie uns Menschen wieder sehr nahe.

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