Die Lehre aus Ischgl

Großveranstaltungen verboten. CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER.

Nach der Party kam der Riesen-Kater: Die unseligen Feiern von Ischgl, der Karneval im Westen und die Starkbierfeste in Bayern haben uns sehr bitter lernen lassen, wie verheerend schnell sich Corona in großen Menschenmengen ausbreitet. Dutzende Feiernde von Februar und März sind jetzt tot, vermutlich Hunderte für ihr Leben gezeichnet, wohl tausende Angehörige infiziert. Das sollte bedenken, wer jetzt wieder von Großveranstaltungen träumt. Der starke Rückgang der Fallzahlen, mit Disziplin und Entbehrungen erreicht, darf zu Lockerungen verführen, aber bitte nicht zu Leichtsinn.

Vieles geht wieder: Arbeit, Urlaub, Restaurant, Kita. Aber natürlich müssen die Ministerpräsidenten das Verbot von Großveranstaltungen verlängern. Und zwar bundesweit einheitlich – mancher in Thüringen oder Berlin mag sich ja für unverwundbar halten, irrt jedoch. Solange es keinen Impfstoff gibt, ist jede Menschenmenge ohne Abstand, Masken und Desinfektion ein unkalkulierbares Risiko. Wegen der direkten Ansteckungsgefahr, und, weil Infektionsketten in so großer Runde nicht nachvollziehbar sind, sich also ungebremst fortsetzen.

Ja, es schmerzt: Fröhliche Feste und volle Fußballstadien sind Teil unserer Kultur und unserer Wirtschaft. Gerade die Bayern als weltoffene Wiesn-Gastgeber wissen das am besten. Trotzdem ist der Verzicht bis Herbst, wahrscheinlich bis Jahresende, richtig. Im Kampf gegen eine tödliche Krankheit sollte man Fehler nur einmal machen.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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