Dax legt seit Jahresbeginn 25% zu Es ist Börsen-Party, aber keiner feiert mit

Dax legt seit Jahresbeginn 25% zu. Es ist Börsen-Party, aber keiner feiert mit .

GEORG ANASTASIADIS

Es gibt gute Kunde vom Aktienmarkt – aber nur wenige Bundesbürger können sich darüber freuen: Stattliche 25 Prozent Wertzuwachs verzeichnen deutsche Aktien seit Jahresbeginn. Weil viele Anleger seit dem Schock mit der T-Aktie vor 18 Jahren aber einen großen Bogen um Aktien oder Fonds machen, profitiert nur jeder fünfte Deutsche vom Aufschwung an den Börsen. Stattdessen ist die Stimmung unter den Sparern mies wie nie. Kein Wunder: Wer sein Geld auf dem Konto liegen hat, verliert unter Berücksichtigung der Teuerung jedes Jahr fast zwei Prozent seines Ersparten.

Die Sorge um die Sparer – besser gesagt die Angst vor seiner Wut an der Wahlurne – treibt die Politiker zu allerlei mehr oder weniger kuriosen Ideen. Ein Verbot der Weitergabe von Strafzinsen dürfte freilich nicht umsetzbar sein. Auch die steuerliche Geltendmachung von Negativzinsen wird die Pein der Sparer kaum lindern. Wir brauchen vielmehr eine neue Aktienkultur, sonst werden die Deutschen mit ihrer ausgeprägten Neigung zu sicheren Anlagen dauerhaft zu den Verlierern der Strafzinspolitik der Notenbanken. Es darf nicht sein, dass Geld in Deutschland weniger für die Sparer arbeitet als in anderen Ländern.

Da ist gewiss auch die Politik gefordert: Während der deutsche Fiskus Aktienanlagen bestraft, fördern beispielsweise die USA die Alterssicherung über den Kapitalmarkt. Doch auch die Bürger müssen sich von der Illusion lösen, in Zukunft noch Rendite mit festverzinslichen Anlagen erwirtschaften zu können. Wer sich mit einem überschaubaren Teil seines Ersparten am Erfolg der Unternehmen beteiligt, macht, einen ausreichend langen Anlagehorizont vorausgesetzt, auf Dauer sicher keinen Fehler.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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