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Laschets Afghanistan-Wahlkampf: Der Asylstreit ist zurück

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Von: Georg Anastasiadis

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Einen starken Abgang hatte sich Angela Merkel gewünscht, und lange sah es so aus, als würde die Virus-Pandemie der Krisenkanzlerin die letzte große Bühne bereiten. Doch das Schicksal hatte andere Pläne.

Die Ära Merkel endet nicht mit Lobgesängen. Sie versinkt in einer außenpolitischen Katastrophe, dem grotesken Versagen ihrer Regierung bei der Rettung von Helfern aus der Hölle von Kabul – und dem Eingeständnis ihres möglichen Nachfolgers, dass Merkels lockere Asylpolitik ein Irrtum war. Im Fernsehen beteuerte CDU-Chef Armin Laschet am Montag, dass man unter seiner Führung die „Fehler von 2015 nicht wiederholen“ werde. „Fehler“? Dergleichen ist der Kanzlerin bis heute nicht über die Lippen gekommen.

Glückloser Unionskandidat

Recht treuherzig klingen die Appelle des Unions-Kanzlerkandidaten, nach dem Desaster der (eigenen) Bundesregierung in Afghanistan nun keinen Wahlkampf auf dem Rücken der gepeinigten Menschen zu machen. Erstens weiß Laschet sehr genau, wie sehr die Ereignisse in Kabul die Bundesbürger bewegen. Und zweitens kann der glücklose Kandidat es sich selbst gar nicht leisten, jetzt keinen Afghanistan-Wahlkampf zu führen.

Viele Chancen, die müden Unionswähler zu mobilisieren, werden ihm die wenigen Wochen bis zur Wahl nicht mehr bescheren. Laschet will mit dem Versprechen punkten, dass der Kollaps Afghanistans nicht in eine neue Massenmigration nach Deutschland mündet. Stattdessen setzt er darauf, Millionen Flüchtlinge in den direkten Nachbarländern zu versorgen.

Asylpolitik wird über Merkel-Erbe entscheiden

Laschet will die Wähler nach den moralisch aufgeladenen Merkel-Jahren mit neuer Nüchternheit locken. Als die wahren Erben der Kanzlerin hingegen empfehlen sich die Grünen, deren Kandidatin Annalena Baerbock bereits die Aufnahme afghanischer Flüchtlingskontingente verlangt. Vielleicht ist es ja nur folgerichtig, dass über den Ausgang der Ära Merkel ganz zuletzt deren emotionalstes und prägendstes Thema mitentscheidet: die Asylpolitik.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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