Laschet gegen Söder Die K-Frage im Hintergrund MIKE SCHIER

Laschet gegen Söder. Die K-Frage im Hintergrund .

MIKE SCHIER

Man erinnert sich nur noch dunkel: Bis das Coronavirus Mitte März das Leben lahmlegte, hatte sich die politische Debatte ganz wesentlich um den künftigen Kanzlerkandidaten der Union gedreht. Und jetzt? Friedrich Merz mag die Krankheit glücklicherweise gut überstanden haben – seinen politischen Ambitionen aber dürfte das Virus den Todesstoß versetzt haben. Aus heutiger Sicht ist es schwer vorstellbar, dass der nächste Unionskandidat nicht Markus Söder oder Armin Laschet heißt.

Leider beginnt dieses Duell immer mehr die bislang angenehm überparteiliche Diskussion um die richtige Strategie gegen Covid-19 zu unterwandern. Schon seit Längerem versucht sich Laschet mit seinen Lockerungsbestrebungen gegen den Hardliner Söder zu positionieren. Das ist an sich natürlich legitim, warf allerdings bereits in der Konferenz der Ministerpräsidenten Fragen auf: Geht es noch um die Sache? Oder schon um politisches Kalkül?

Endgültig schwierig wird es, wenn der Laschet-Vertraute Jens Spahn nur zwei Tage nach Verlängerung der Kontaktsperren verkündet, das Virus sei beherrschbar. Damit stellt er nicht nur Söders Position infrage, sondern auch die der Kanzlerin. Man kann den Beteiligten nur zur Vorsicht raten: Für Spielchen ist das Thema zu ernst.

Mike.Schier@ovb.net

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