Landschaftsschutz Eine Frage der Haltung DOMINIK GÖTTLER

Landschaftsschutz. Eine Frage der Haltung .

DOMINIK GÖTTLER

Ein Huhn gackert, ein Huhn scharrt und hin und wieder legt es auch ein Ei. Aber stört ein Huhn auch das Landschaftsbild? Besser gesagt, 1000 Hühner und ihr mobiler Stall? Ja, im Landschaftsschutzgebiet ist das so, hat ein Richter im Landkreis Starnberg geurteilt. Deshalb muss der Landwirt nun einen Ausgleich bezahlen.

Es ist ja richtig, dass der Staat seine Hand schützend über die zumindest noch teilweise erhaltene bayerische Idylle legt. Aber er tut das sehr selektiv. Während zur Freude mancher Bürgermeister der Bau von Industriegebieten erleichtert wurde und der Flächenverbrauch trotz aller Absichtserklärungen weiter so stark ansteigt, dass Fußballplätze als Vergleichsgröße kaum ausreichen, werden im Kleinen die Daumenschrauben angezogen.

Das wirkt vor allem deshalb zynisch, weil es sich bei einem mobilen Hühnerstall um eine Form der Tierhaltung handelt, die vom Verbraucher offensiv gefordert wird. Immer wieder sehen sich die Bauern dem Vorwurf ausgesetzt, sie würden zu wenig auf das Tierwohl achten. Gleichzeitig wird es aber erschwert, wenn ein Landwirt die Initiative ergreift. Wenn die zuständige Behörde da von Gesetzes wegen schon kein Auge zudrücken kann, ist es an der Zeit, über das Gesetz an sich nachzudenken. Die ein oder andere Hütte voll gackernder und hoffentlich glücklicher Hühner sollte Bayerns Landschaftsbild jedenfalls vertragen.

Dominik.Goettler@ovb.net

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