Krisengewinner Amazon Jetzt an die kleinen Läden denken

Krisengewinner Amazon . Jetzt an die kleinen Läden denken .

MARTIN PREM

Neidreflexe sind nicht angebracht: Jeff Bezos hat Amazon als Online-Buchhändler in einer Garage gegründet und zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Welt gemacht. Wenn er darüber zum reichsten Menschen der Welt geworden ist, war das die Frucht unternehmerischer Leistung. Das ist legitim – auch wenn ein Vermögen in dreistelliger Milliardenhöhe für Normalverdiener die Grenzen des Vorstellbaren sprengt.

Dass Amazon in der Krise besonders gefragt ist, liegt in der Natur der Sache. Viele Läden haben geschlossen. Doch hier sollte man kurz innehalten. In vielen Fällen ist es reine Bequemlichkeit, mit wenigen Klicks beim Marktführer einzukaufen und das Gewünschte an die Haustür geliefert zu bekommen. Vielleicht sollte man jetzt umdenken, weil kleine Läden, die schon zu normalen Zeiten kaum über die Runden kommen, geschlossen haben und gerade ums Überleben kämpfen.

Ausgerechnet der stationäre Buchhandel ist in der Krise, in der viele das Lesen wiederentdecken, weitgehend außer Gefecht gesetzt. Jetzt wäre es angebracht, den bequemen Weg über den Marktführer zu meiden und beim Buchhändler um die Ecke anzurufen. Auch er kann liefern – und wird dankbar dafür sein, wenn man in der Krise an ihn denkt.

Martin.Prem@ovb.net

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