Die CDU in der Krise Falsche Warnung vor dem „Rechtsruck“

Die CDU in der Krise. Falsche Warnung vor dem „Rechtsruck“ .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Wer sich mitleidige Ratschläge von der SPD verdient, ist weit unten angekommen. Vor einem „Rechtsruck“ der CDU warnt nun das rote Faschingsprinzenpaar Esken/Walter-Borjans. So moralisch-sorgenvoll das klingt – es ist Quark, weil es unpassende Vorgänge zusammenrührt.

Die CDU braucht einen neuen Chef, der mit der gleichen Klarheit wie AKK (aber mit mehr Macht) jede Kooperation mit der AfD ablehnt. Sich bei Wahlen von Rechtsradikalen wie in Thüringen abhängig zu machen, ist fatal. Das ist auch kein „Rechtsruck“, sondern nur grobe politische Dummheit. Inhaltlich braucht es aber sehr wohl eine Kurskorrektur. Unter Merkel hat die Union ihr bürgerliches Profil verloren. Manche Modernisierung, sogar von ihr, Seehofer oder Söder angestoßen, war goldrichtig: beim Familienbild oder jüngst in der gewachsenen Sensibilität für das Bewahren der Schöpfung. Auf konservativen Kernkompetenzfeldern hat die Union aber im Bund versagt: erst mit der Migrationspolitik, dann in der Wirtschaft. Welche starken Innen- und Wirtschaftspolitiker hat die CDU denn noch? Was haben sie zu melden?

Der neue Parteichef muss genau darüber wieder Klartext reden – nicht so aufwiegelnd wie die CSU 2018 oder so abwiegelnd wie Merkel andauernd. Dafür braucht’s nicht mal den konservativsten Knochen an der Spitze, sondern einen, der die Partei breiter bis an den demokratischen rechten Rand aufstellt und zusammenhält. Die Union ist nicht nur konservativ, aber sie hat nur mit den Konservativen eine Restchance, Volkspartei zu bleiben.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

Kommentare