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Meinung

Krieg und Zinsangst beuteln Anleger: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    VonGeorg Anastasiadis
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Kommt es im weiteren Verlauf des Ukraine-Krieges zu einem totalen Gas-Embargo gegen Russland, oder dreht Putin selbst den Gashahn zu, dann droht Deutschland ein nie da gewesener Einbruch von 12,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung, warnt eine neue Studie.

Ein Katastrophenszenario, gewiss, an die Wand gemalt von der Wirtschaft, die ein hohes Interesse hat, die Politik vor zu viel Sanktionseifer zu warnen. Aber klar ist: Die Folgen eines Erdgas-Kriegs wären gravierend – für Verbraucher, Betriebe und Anleger, die sich ums Ersparte sorgen.

Wer sein Geld am Aktienmarkt angelegt hat, braucht derzeit besonders starke Nerven, am besten auch ein bisschen Sinn für Humor, frei nach Karl Valentin: „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist.“ Ein Viertel ihres Wertes haben im Verlauf des ersten Halbjahres deutsche Standardwerte durchschnittlich verloren, ein Drittel beträgt das Minus bei besonders volatilen US-Tech-Aktien. Das ist viel, aber nicht ungewöhnlich für eine Korrektur. 73 % waren es zwischen März 2000 und März 2003 nach dem Platzen der Dot-Com-Blase, 56 % nach dem Lehman-Krach 2008 und 40 % während des zweimonatigen Corona-Crashs 2021.

Schlimmer geht immer an der Börse, aber auch das Gegenteil ist drin – auch in der jetzigen Lage, die vielen so hoffnungslos erscheint. Die US-Börsenlegende Ron Baron sieht für Anleger sogar die „Chance einer Generation“. Sollte sich erweisen, dass die Konjunktur rascher abkühlt als gedacht – die jüngsten rekordtiefen Daten zum Verbrauchervertrauen deuten darauf hin –, könnten die Börsen, selbst wenn es paradox klingt, auch diesmal überraschend schnell wieder Tritt fassen, so wie schon in der vergangenen Woche: Weniger Wachstum bedeutet weniger Preisdruck und damit weniger Grund für die Notenbanken, die Zinsen nach oben zu schrauben. Das würde Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anleihen attraktiv machen. Die beste Zeit zum Verkaufen ist vorbei. Wer einen langen Atem hat und etwas Mut, macht wohl keinen Fehler, wenn er die gesunkenen Preise zum Aufbau erster kleiner Positionen von Unternehmen mit gesunder Substanz nutzt.

Georg.Anastasiadis@ovb.net 

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