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Meinung

Kreml-Versprechen – und was sie bedeuten

Marcus Mäckler online rahmen
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Marcus Mäckler
  • Marcus Mäckler
    VonMarcus Mäckler
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Was Moskau sagt und was Moskau tut, das sind bisweilen völlig unterschiedliche Dinge: Mitte Februar behauptete der Kreml etwa, er ziehe Truppen von der ukrainischen Grenze ab – kurz darauf begann er den Krieg.

An die dreiste Lüge von damals sollte man sich angesichts der neuen Ankündigung, die Angriffe auf Kiew „radikal“ herunterzufahren, erinnern. Allerdings passt sie zum Verlauf des Krieges und der Neujustierung russischer Ziele: Putin will sich auf den Donbass konzentrieren. Es mag makaber klingen, aber für die Ukraine wäre das ein erster Erfolg.

Käme es so, läge darin nämlich das stille Eingeständnis des Kreml, dem Widerstand in Kiew auf Dauer nicht gewachsen zu sein. Das deutet sich seit einiger Zeit an. Schlechte militärische Planung hat den auf „regime change“ angelegten russischen Vormarsch stocken lassen; der unerbittliche Raketenbeschuss hat die kämpfenden Ukrainer nicht demoralisiert; zuletzt gewannen sie sogar umkämpftes Gebiet zurück. Sollte im fanatisierten Kreml-Universum noch ein Rest an Vernunft vorhanden sein, könnte all das zu der Einsicht geführt haben, dass der Preis dafür, das ganze Land in die Knie zu zwingen, schlicht zu hoch ist.

Doch selbst wenn dem so wäre: Ein Ende des Krieges bedeutete das nicht. Kreml-Herrscher Putin braucht einen Erfolg und der läge wohl zumindest in der Eroberung des ganzen Donbass – nach Möglichkeit in der Schaffung einer Landverbindung zur Krim. Für den ukrainischen Präsidenten Selenskyj ist das nicht verhandelbar, für den Aggressor Putin das Minimalziel. Die Kluft ist noch gewaltig. Sie zu schließen, wäre vor allem die Sache Putins. Doch darauf zu hoffen, wäre grenzenlos naiv.

 Marcus.Maeckler@ovb.net

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