Der Kranich muss abspecken

Stellenabbau bei der Lufthansa. ROLF OBERTREIS.

Carsten Spohr ist der Letzte, der einfach so auf Mitarbeiter verzichtet. Der Lufthansa-Chef wird alles versuchen, Kündigungen zu vermeiden. Bei allen schwierigen Debatten und Tarifgesprächen mit den Gewerkschaften schätzt er die Arbeit und den Einsatz der weltweit 138 000 Lufthanseaten. Spohr hängt an der Lufthansa, er hat fast sein ganzes Arbeitsleben dort verbracht. Er will die Airline in der Spitze der Branche halten.

Aber die jetzige Krise ist eine beispiellose Herausforderung. Sie kann nicht nur mit der Staatshilfe von neun Milliarden Euro und dem Einstieg des Bundes mit 20 Prozent überwunden werden. Es muss an allen Ecken und Enden gespart, es muss jeder Stein umgedreht werden. Das weiß Spohr, das wissen alle Beteiligten, auch die Gewerkschaften. Der Vorstand ist bereits verkleinert, Boni sind für die nächste Zeit ausgeschlossen. Pilotinnen und Piloten kämpfen um das Überleben ihrer Airline. Es wird weniger geflogen. Die Lufthansa wird ein kleineres Unternehmen mit mindestens 100 Flugzeugen weniger sein als vor der Krise. Damit ist auch klar: Es werden weniger Beschäftigte notwendig sein. Es müssen also Wege gefunden werden, wie ein Abbau möglichst sozialverträglich über Abfindungen, Vorruhestand oder andere Ansätze gestaltet werden kann, um Kündigungen zu vermeiden.

Das Fatale an der Situation: In der gesamten Luftfahrt-Branche wird es dramatische Einschnitte geben. Das machen die Entwicklungen bei anderen Airlines wie KLM/Air France oder British Airways und Iberia deutlich. Dass Billigflieger in dieser Situation schon wieder mit Dumping-Tickets locken, ist fatal und unverantwortlich.

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