Kovac-Aus beim FC Bayern Ende eines Experiments HANNA RAIF

Kovac-Aus beim FC Bayern. Ende eines Experiments .

HANNA RAIF

Nun also doch! Mehr als 24 Stunden waren nach dem 1:5 des FC Bayern in Frankfurt verstrichen – und dann passierte um kurz vor 21 Uhr das, was man nach diesem ach so ruhigen Sonntag nicht mehr erwartet hatte. Die Meldung las sich nüchtern: FC Bayern und Niko Kovac trennen sich. Genauso nüchtern muss man zugeben, dass sie – abgesehen vom Zeitpunkt – keine Überraschung ist.

Nicht nur die vergangenen Wochen, sondern leider die gesamte Amtszeit des Kroaten haben gezeigt, dass dieser große, schillernde Klub und der vergleichsweise kleine, wenig schillernde Coach kaum die Chance hatten, zueinander zu finden. Die unterschiedlichen Ansichten fingen bei der Taktik an und hörten beim Umgang mit den Medien auf. Allein die Häufung an öffentlich vorgetragenen Zurechtweisungen und Entschuldigungen zeigte – neben der sportlichen Talfahrt – in den vergangenen Wochen, dass eine Trennung für beide Seiten das Beste ist.

Dass nun Kovac selbst seinen Rückzug angeboten hat und nicht an dem begehrten Stuhl klebte, ehrt diesen Mann. Er entzieht sich damit dem Spießrutenlauf, dem seine Bosse ihn bei den Spielen gegen Piräus und Dortmund noch ausgesetzt hätten. Kovac, ein ehrlicher, sympathischer Typ, wird seinen Weg gehen. Er hat nun Zeit, die Dinge zu sortieren – während der FC Bayern sich nach dem nächsten gescheiterten Experiment fragen sollte, ob es außer Jupp Heynckes überhaupt jemanden gibt, der diesen Job zur Zufriedenheit aller ausführen kann.

Hanna.Raif@ovb.net

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