Kontrollen in Corona-Zeiten Die Akzeptanz nicht gefährden

Kontrollen in Corona-Zeiten. Die Akzeptanz nicht gefährden .

MIKE SCHIER

Die Polizei gab sich nach dem Wochenende zufrieden: Die Menschen hätten sich größtenteils an die Ausgangsbeschränkungen gehalten, bilanzierten die Ordnungshüter. Tatsächlich ist es ebenso erstaunlich wie lobenswert, auf welch große Disziplin und Akzeptanz die Corona-Maßnahmen stoßen -– schließlich stellen sie nie gekannte Eingriffe in persönliche Freiheit und Privatleben dar.

Wer diese Akzeptanz auf Dauer aufrecht erhalten will – und das wird mit der Exit-Debatte noch eine echte Herausforderung –, wird in den kommenden Wochen bei den Kontrollen allerdings ein wenig mehr Augenmaß an den Tag legen müssen. Das gilt vor allem in München, wo sich 1,6 Millionen Menschen nicht einfach in Luft auflösen können. Erst jetzt, da Reisen und Ausflüge praktisch verboten, Sport- und Freizeitmöglichkeiten quasi nicht vorhanden sind, merken viele, wie beengt sie in einer Stadt mit horrenden Immobilienpreisen leben.

Hunderttausende drängt es deshalb im Sonnenschein an die frische Luft – zum Spazieren, Joggen oder auf dem Fahrrad. Das ist gut fürs eigene Seelenheil in einer belastenden Zeit. Und viele setzen sich an der Isar oder in den Parks eine Weile in die Sonne – mit Sicherheitsabstand wohlgemerkt! Allein, zu zweit, mit der engeren Familie. Wie es halt jeder andere tut, der über den Luxus eines eigenen Gartens verfügt. Die Polizei kam trotzdem und scheuchte alle per Lautsprecher davon. Das mag regelkonform sein – auf Dauer ist es aber kontraproduktiv.

Mike.Schier@ovb.net

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