Konsumklima im freien Fall Dramatisches Warnsignal

Konsumklima im freien Fall. Dramatisches Warnsignal .

MARTIN PREM

Der GfK-Konsumklimaindex steht meist im Schatten anderer Konjunkturindikatoren. Doch was die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung gestern veröffentlichte, verdient höchste Beachtung: Für Mai prognostiziert die GfK einen historischen Tiefstand und einen Absturz weit in den roten Bereich. Einkommenserwartung und Ausgabenneigung sind derzeit im freien Fall.

Beides zusammen ist ein Warnsignal vor einer katastrophalen Verwerfung: Deflation. Weil die Güternachfrage hinter dem Angebot zurückbleibt, sinken die Preise. Weil die Preise sinken, werden selbst dringende Anschaffungen hinausgeschoben. Die Nachfrage sinkt weiter. Die Arbeitslosigkeit steigt. Das kann zu einer Abwärtsspirale führen, aus der es kaum ein Entrinnen gibt. Wie die, die 1929 begann und 1933 Adolf Hitler an die Macht brachte.

Ökonomen sprechen zu Recht auch von Depression. Wir bräuchten ein Signal, dass Politik und Wirtschaft es dazu nicht kommen lassen werden. Ähnlich wie die Garantie auf Bankguthaben von Angela Merkel und dem damaligen Finanzminister Peer Steinbrück in der Finanzkrise 2008. Das Versprechen wäre im Ernstfall nicht zu halten gewesen, hat aber verhindert, dass dieser Ernstfall eintritt. Wer nun darüber streitet, ob 800 Quadratmeter Ladenfläche noch zu wenig oder 400 schon zu viel sind, gibt auch ein Signal ab: Dass er die ökonomische Herausforderung, vor der wir stehen, nicht im Ansatz begriffen hat.

Martin.Prem@ovb.net

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