Kommunalwahl in Bayern Eine Wahl unter Extrembedingungen

Kommunalwahl in Bayern. Eine Wahl unter Extrembedingungen .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Bayern wählt unter Extrembedingungen. Es war richtig, trotz Virengefahr die Kommunalwahl nicht abzusagen. Bäder, Bars, ja Schulen zu schließen, sind drastische Schritte. Das Wahlrecht auf de facto unbestimmte Zeit zu verschieben, wäre nur im allergrößten Notfall denkbar gewesen. Mit der ungewöhnlich hohen Beteiligung zeigen die Menschen, dass ihnen dieser Wahlgang wichtig war. Und sie haben Recht: In diesen Tagen spüren Viele, dass es nicht egal ist, wer sie unmittelbar regiert.

Klar ist: Die Corona-Krise hat diese Wahl massiv beeinflusst. Unsere Politiker und auch ihre Beobachter stehen gerade am Beginn einer neuen Ernsthaftigkeit. Lange haben Hypes und Haltungsnoten die Bewertung geprägt. Das passt nicht mehr, wenn die Wähler um ihren Alltag – und mache um ihr Leben – fürchten. Die Gründe für die Wahlentscheidungen liegen, und das ist gut so, vielfach im Lokalen. Darüber hinaus haben sich aber die Themen verschoben: Schutz, Ordnung, Sicherheit als eher konservative Themen lösen die eben noch alles dominierenden Fragen nach Klima- und Umweltschutz ab. Viele Einzelergebnisse deuten darauf hin, dass die Amtsinhaber, zumeist im bürgerlichen Spektrum, gestärkt wurden. Einige CSU-Kandidaten dürfen sich dafür untertänigst bei Markus Söder bedanken, der das Corona-Krisenmanagement konsequent und glaubhaft an sich gerissen hat. Die grüne Welle ist in Bayern, zumindest vorerst, gebrochen.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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