IAA kommt nach München Eine Chance für alle PETER T.

IAA kommt nach München. Eine Chance für alle .

PETER T.SCHMIDT

Dass die IAA nach München kommt, bestätigt Befürworter und Kritiker gleichermaßen. Denn einerseits ist das Auto in einer Stadt, in der 130 000 Arbeitsplätze an der Automobilindustrie hängen, ein wichtiger Faktor. Und andererseits leidet München wie kaum eine andere deutsche Metropole unter einem Individualverkehr, der die Grenzen des Erträglichen längst überstiegen hat. Da stimmt es hoffnungsvoll, dass der ausrichtende Dachverband VDA erkannt zu haben scheint, was die einzelnen Hersteller beharrlich ignorieren: Zweieinhalb-Tonnen-Kolosse, die vorzugsweise genutzt werden, um den Nachwuchs in die Kita zu karren und den Einkauf zu erledigen, mögen in einer reichen Stadt verkäuflich sein. In die Zeit passen sie längst nicht mehr.

Der VDA, immerhin, hat den Bewerbern für die IAA ins Stammbuch geschrieben, dass aus der PS-und-Glitzer-Show eine Mobilitätsplattform werden soll. Statt futuristische Konzeptstudien zu zeigen, die dann nie verwirklicht werden, soll konkret darüber diskutiert werden, wie die Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels mobil bleiben will. Darauf zielt auch das Konzept der Messe München ab. Es birgt die Chance, einer deutschen Schlüsselbranche, die den Anschluss an die Zukunft zu verlieren droht, den richtigen Impuls zu geben. Gewiss, das kann scheitern. Doch wenn es gelingt, werden alle gewinnen.

Peter.Schmidt@ovb.net

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