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Ein Kommentar zur Blamage gegen Japan

Sayonara DFB: Überforderte Spieler und wirre Wechsel - Jetzt ist die WM endgültig versaut

Redakteur Markus Zwigl mit einem Kommentar zum WM-Spiel Deutschland gegen Japan und die Diskussion über das Turnier in Katar.
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Redakteur Markus Zwigl mit einem Kommentar zum WM-Spiel Deutschland gegen Japan und die Diskussion über das Turnier in Katar.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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„Fassungslos und schockiert...“ Wertevorstellung des WM-Gastgeberlandes Katar? Korrupte FIFA? Sportliches Geschehen auf dem Platz! Die Vorstellung der Deutschen Nationalmannschaft gegen Japan hat nun auch mir - als großen Sport- und Fußballfan - die Freude an diesem großen Turnier endgültig versaut. Ein Kommentar von Redakteur Markus Zwigl.

Katar - Die Stimmung in der Halbzeitpause war gut. 45 Minuten lang musste man sich für eine Leistung einer Deutschen Nationalelf bei einem großen Turnier nicht schämen. Natürlich haben Neuer und Co. nicht die Sterne vom Himmel gespielt, aber man konnte mit dem zwischenzeitlichen 1:0 durchaus leben und in irgendeiner Weise auch zufrieden sein.

Doch nach Schlusspfiff herrschte Fassungslosigkeit. Mit der Auswechslung von Thomas Müller in der 67. Minute kippte das Spiel. Auch Müller hatte sicherlich schon bessere Tage, aber man hat dennoch immer das Gefühl, dass er der Mannschaft eine gewisse Sicherheit gibt, die Truppe nach vorne pusht und für Ordnung sorgt. Umso unverständlicher in meinen Augen diese Auswechslung.

Wirre Auswechslungen

Und da wären wir schon beim Thema: Die Auswechslung von Musiala ist ebenfalls nicht nachzuvollziehen. Vor allem wenn Spieler wie Füllkrug und Moukoko von der Bank kommen. Füllkrug hat in 89 Bundesligaspielen 38 Tore erzielt; war sowohl bei Werder Bremen als auch bei Hannover 96 häufig nur Ergänzungsspieler. Der Stürmer hatte ganze sechs Ballkontakte. Moukoko ist 18 Jahre alt, hat keine Erfahrung in großen Spielen - kein Tor in acht Champions League-Spielen. Und jetzt sollen diese Spieler das Ruder bei der Nationalmannschaft herumreißen?

Auch für Hansi Flick, den ich für einen sehr guten und empathischen Trainer halte, eine schwere Aufgabe. Vielleicht ist diese Mannschaft auch einfach nicht mehr besser.

Schwachstelle Abwehr

Beispielhaft ist vielleicht auch, dass Niklas Süle - bei beiden Gegentoren mit Stellungsfehlern - mit fast zwei Metern und knapp hundert Kilogramm die Position des Außenverteidigers bekleiden muss, weil wir anscheinend keinen besseren haben - auch wenn wohl eine taktische Idee dahinter steckte (Aufbau mit Dreierkette und Raum rückt auf der Außenbahn vor). Joshua Kimmich wäre vielleicht eine Option, aber der selbsternannte Leader will/muss unbedingt im Zentrum spielen. In kritischen Momenten kommt da aber leider auch nur wenig - zu wenig.

In der Innenverteidigung setzte Hansi Flick auf Nico Schlotterbeck. Nach seiner außergewöhnlich guten Saison in Freiburg sind dessen Leistungen bei Dortmund aber auch nicht mehr als Durchschnitt. In der Nationalmannschaft kann ich mich an ihn ebenfalls nur in Verbindung mit verursachten Elfmetern erinnern - im Jahr 2022 drei Stück im Dress der Nationalmannschaft. Ach, und vorne hat Kai Haverz gespielt. Ja tatsächlich, der war auch dabei.

Mannschaft einfach zu schwach

Und so könnte man natürlich immer weitermachen. Auf der anderen Seite spielten bei Japan auch ausschließlich Spieler mit fehlendem Weltformat: Maya Yoshida oder Ao Tanaka, die bei Bundesligaschlusslicht FC Schalke 04 oder bei Zweitliga-Mittelmaß Fortuna Düsseldorf unter Vertrag stehen, stellten die große Fußballnation Deutschland vor unlösbare Probleme. Und jetzt kommt Spanien, die wirkliche Weltstars im Kader haben. Sieben Tore im ersten Spiel; soviel dazu.

Liegt es also vielleicht doch an der Einstellung oder an der Debatte um die politische Positionierung des DFB? Dass diese Weltmeisterschaft in Katar einer Farce gleichkommt, steht außer Frage, denn: Ein Land, das die „Welt Willkommen heißt“, gleichzeitig die gleichgeschlechtliche Liebe als Geistesschaden bezeichnet, hat mit dem viel propagierten „RESPECT“ der Fifa nichts zu tun. Spieler, welche zum Zeitpunkt der Vergabe zum Teil zehn Jahre alt waren, sollen nun auf das kaputte Weltbild einer autokratischen Nation aufmerksam machen? Das ist nicht ihr Job! Sondern der von Funktionären oder Verbänden - egal in welcher Sportart.

Großer Traum: Weltmeisterschaft

Diese Spieler haben ein Leben voller Schweiß und Arbeit dafür geopfert, bei einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen. Und könnten sich diesen Traum mit einer Geste, die von der Fifa wahrscheinlich sogar aus dem Programm geschnitten wird, zerstören (Punktabzug/Sperre).

Diskussion hin oder her: Wenn Neuer die allseits beliebte „One Love“-Binde im letzten WM-Spiel der Deutschen gegen Costa Rica trägt, hat er nicht mehr viel zu befürchten. Denn mit der gezeigten Leistung sitzen die Deutschen nach der Gruppenphase schon im Flieger nach Hause. Aber ob ein Zeichen von einer Mannschaft, die sportlich versagt, am Ende auch etwas bewirken wird, wage ich zu bezweifeln. Der Fokus muss bei den Spielern auf dem Sport liegen.

Unter dem Strich war es ein verdienter Sieg der Japaner gegen ein unsicheres und über weite Strecken kraftloses und ideenloses deutsches Team, welches ihre Vielzahl an guten Chancen kläglich vergab. Sicherlich würden unserem Spiel auch die „klassischen“ deutschen Tugenden wie „Kämpfen“, „Zusammenhalt“ und „Moral“ gut zu Gesicht stehen. Antonio Rüdiger zeigt immer wieder Ansätze, bis er zum „Beißer“ mutiert oder den Gegner mit seinem „Storchenlauf“ verspottet.

Die Wahrheit liegt auf dem Platz

Ich kann einen jeden Menschen verstehen, der dieses Sportevent boykottieren möchte. Aber glauben diese Menschen wirklich, dass es an der Situation in Katar oder bei der FIFA etwas ändert, wenn in Deutschland anstatt 20 Millionen nur noch 18 Millionen das Spiel ansehen? Viel mehr würde eine starke sportliche Leistung unserer Jungs bewirken; gekrönt vom Verzicht auf ein Preisgeld. Das wäre ein starkes Zeichen!

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