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Meinung

Beginnender Wahlkampf: Die grüne Dünnhäutigkeit

Markus Mäckler online rahmen
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Markus Mäckler

Droht uns ein Trumpscher, von Hass und Sexismus getragener Wahlkampf? Davor warnen die Grünen, die sich in einer neuen Rolle wiederfinden: Als Hauptgegner der Union stehen sie im Zentrum des Feuers, das wohl heißer wird als 2017.

Weil sich CDU und CSU an einer Partei reiben können, mit der sie a) nicht gerade im Bund koalieren und die b) kulturell sehr verschieden ist. Erster Eindruck: Die Grünen und ihre Anhänger sind geschockt – und reagieren bisweilen mit unangenehmer Wehleidigkeit.

Das ist nicht unbedingt verwunderlich. In den letzten Monaten konnte die Partei den Eindruck gewinnen, Bürger und manche Medien trügen sie huckepack ins Kanzleramt. Jetzt, plötzlich, muss sie sich an den eigenen hohen Maßstäben messen lassen – und wundert sich, warum Kandidatinnen-Lebensläufe ähnlich engagiert hinterfragt werden wie der (inhaltlich absolut notwendige) Weg zur CO2-Neutralität. Nein, liebe Grüne, nicht jede Kritik an einer Kandidatin ist frauenfeindlich, nicht jede Polemik eine Hetzkampagne, nicht jede Überspitzung Faken News. Es stimmt, der Grat ist schmal. Gerade die CSU, die Annalena Baerbock kürzlich (geschmacklos) mit Kothäufchen zeigte, muss schauen, dass sie ihn nicht allzu sehr strapaziert.

Aber die Grünen neigen derzeit dazu, hausgemachte Fehler klein- und legitime Kritik gleich zur politischen Kampagne großzureden. Dabei haben sie zu solcher Dünnhäutigkeit gar keinen Grund. Die Öffentlichkeit ist für ihr Kernthema – das Klima – sensibilisiert wie nie, die Konkurrenz fürchtet sie. Ein bisschen mehr Lockerheit stünde der möglichen Regierungspartei gut zu Gesicht.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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